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Samstag, 7. Mai 2016

Ich hab Herz,oder ist es doch der Hirnschlag?

Kennen Sie das?

Sie haben ein leichtes stechen in der Brust und schon sagt Ihnen Ihr Kopf!
Achtung Herzinfarkt.
Sie werden unruhig nervös und das erste was sie machen in ihrer Panik!
Sie machen es schlimmer, denn Doktor Google erklärt ihnen genau, dass sie, wenn sie nun nichts unternehmen sterben werden.
Panik und Angstpatienten können sich da unter Umständen schon mal drin verlieren.
So etwas nennt man dann in Fachkreisen
Eine Herzneurose.
Meine begann so mit 15 Jahren.

Noch nicht mal die erste liebe entdeckt, aber schon mal eine Herzneurose.
Wenn sie verstehen wovon ich spreche, dann wissen sie wie schlimm das ist!

Ist so wie Barfuß auf dem Schotterweg dem Sensenmann davon laufen.
Ziemlich schwierig also.

Außerdem und glauben sie mir, denn ich hab da so meine Erfahrungen mit dem Kerl ist der verdammt schnell.

Man kann nun durchaus verstehen, warum Mediziner immer predigen, das man Sport machen soll, denn glauben sie es mir, Kondition hat der!

An Neurosen habe ich einiges im Portfolio.
Ist es also nicht das Herz, dann schreit mein Kopf nach Hirninfarkt und schon wieder steht der schwarze Mann mit grinsen im Gesicht ,Nike Air an den Füßen und schwingender Sense neben mir.

Glauben Sie mir, wenn ich ihnen sage dass jede Kommunikation mit dem Kerl vergebens ist!

Am Sterbebett meiner Mutter habe ich lange einseitige Diskussion mit ihm geführt,aber vergebens.

Ein halbes Jahr Später bei meiner Oma hab ich ihn gefragt, ob das wohl schlechtes Carma wäre, was hier abgeht.

Als es bei meinem Vater  soweit war, habe ich ihn angeschrien warum er nicht schon 19 Jahre früher gekommen wäre.
Hätte er wenigstens einmal was sinnvolles gemacht.

Wieder ein halbes Jahr Später bei meiner anderen Oma fragte ich: sprechen sie eigentlich Deutsch?
Keine Antwort!

Irgendwie verlor ich mich dann in den Gedanken,dass ich der nächste auf seiner Speisekarte bin.

Diese Neurosen und ich weiß, was sie dabei fühlen machen eine heiden Angst, aber in all den Jahren der Angst und der immer wiederkehrenden Abwechslung zwischen Hirn ,Herz , Magen , Darm und Niere habe ich eines gelernt!
Aufgeben ist nicht die Lösung!
Was also hat mir geholfen?

Durch meine bezaubernde Freundin Ju, die kennen sie ja nun schon habe ich angefangen zu laufen.
O. k. am Anfang war das eher Hyperventilierendes  schnelles gehen, aber mit der Zeit joggte ich schon konstant 2 Minuten, ohne das Gefühl zu haben dabei zu ersticken.
Der Abstand zwischen Sense Nike und mir wurde mit der Zeit immer größer!
Es gab mir ein neues Gefühl der Sicherheit, dass ich dem Kerl doch noch davonlaufen konnte.

Auch mein Berufswechsel , war eine wichtige Entscheidung, denn als Altenpflegerin und Sterbebegleiterin, war ich fast schon ne Kollegin von dem Typ.
Ich bereitete das Menü vor und er nahms mit!
Es gab sogar Tage an denen er all you can eat hatte.
Meistens im November.
Da war die Sterberate besonders hoch!

Nun aber genug vom Sterben,
denn hier soll's ja ums Leben gehen und wie wir es am besten genießen.

Versuchen Sie sich ihrem Partner oder Freunden mitzuteilen, auch wenn sie hier und da mal einen komischen Blick ernten werden ,stirbt es sich während ihre Nerose aktiv ist, besser zu zweit als alleine.
Werden Sie fit und erweitern sie den Abstand!
Akzeptieren Sie Ihre kleinen Verrücktheiten und versuchen Sie ihr Leben zu genießen.
Wissen Sie ich bin ja bestimmt schon 10.000 mal gestorben, aber Hoffnung sollte doch machen ,dass ich diesen Text immer noch schreiben konnte!




  








Donnerstag, 5. Mai 2016

Cat Women

Wie sie ja nun schon wissen hatte ich in meinem Leben schon unzählige Kontakte zu Psychologen, oder solchen die sich dafür halten wollten.

Hier und da muss ich zugeben habe ich schon einmal etwas brauchbares aufgeschnappt.

So riet mir einer der vielen in Stress und Angstsituationen zum Überwurf eines Tarnmantels .
In früher Kindheit, brauchte ich mein Outfit ziemlich häufig.

So schlüpfte ich fast täglich in mein grünes Hulk Kostüm und fühlte mich wenigstens ein bisschen abgepolstert.
Als Teeny wurde ich über Nacht zu Supergirl, nur mit dem Fliegen hatte ich so meine Probleme und das ist heute auch noch so, aber das wissen Sie ja schon.

Mit 30 wurde ich dann zu Cat Woman.
Sie wissen schon diese in enges Latex gehüllte traumhaft schlanke und perfekt gestylte Sexbombe.
Ok, es gab ein paar Abweichungen zwischen Cat Women real und meiner Wenigkeit.
So um die 20 kg.
In engem Latex war ich eher so die marke Wassermelone im Kondom.
Dafür brauchte ich aber keinen Silikon.
Hätte aber liebend gern ne Brustverkleinerung.Haben sie eigentlich auch verschieden große Brüste?
Also meine linke ist die Herrscherin meines Brustkorbes.
Sie bestimmt die BH Größe und lässt die Rechte verschwindend gering aussehen.
Arme Rechte Titte.
Können Brüste eigentlich Depression bekommen?
Also meine hätten einen Grund dazu.
Hat sich ja keiner selbst gemacht!
Sie ja auch nicht.

Zumindest versuchte ich bei der morgendlichen Gesichtsrestauration  und dem ondulierten Haar alles zu geben. 
Eines Tages trat dann Tante Ju in mein Leben.
Und mit ihr verwandelte sich Übergewichtige langhaarige extrem schicke blonde Katze in Nena.
Kurze dunkle Haare .
Gewichtsunterschied -6 kg
Immer noch zu große Linke Titte .
Von sexy Rubensgöttin in sportliche jugendliche immer noch nicht vollständig erschklankte  und das in 9 Monaten.
So ganz sitzt das Kostüm noch nicht, aber Hulk war in früher Jugend ja auch ein Prozess.

Ohne mein Kostüm und damit meine ich eigentlich im heutigen Alter, dass ich nicht ungeduscht und ungeschminkt in ranzigem Outfit über die Straße laufe,denn dann fühle ich mich einfach unsicher.


Ich bin mir sicher sie kennen das auch.




.




Montag, 2. Mai 2016

Verrückt aber charmant

Verrück aber Charmant 


Wer weiß denn wie ich geworden wäre, wenn ich das alles nicht erlebt hätte!
Behütet und beschützt in einer normalen Familie aufgewachsen, heute noch an Muttis Brust liegend und Vater fragen, wenn das Geld ausgeht.
Hätte so sein können!
Mittelmäßige Schulausbildung.Übernahme des elterlichen Betriebes.
Heirat ,Kinder ,Hunde und Pflege der Eltern ,wenn sie alt sind.
Hätte so sein können!

Manchmal erwische ich mich dabei, wie ich neidisch andere Familien beobachte.
Es nicht verstehen kann, wie es zu einem solch normalen harmonischen Verhältnis kommen kann.
Warte dann immer geduldig darauf, dass der Familienvater Amok läuft und erst die Mutter Abschlachtet und dann die Töchter.
Bisher muss ich jedoch sagen, dass es nie zu einem solchen Erlebnis gekommen ist.
Vielleicht hinter verschlossenen Türen, wer weiß und die Hoffnung stirbt ja zuletzt.

Verwunderlich finde ich es auch, wie manche Menschen ihr Leben so leben, ohne Angst.
Heulen sie vielleicht leise unter der Bettdecke, oder ist es nur die Kühlschrank Fassade die ich wahrnehme?

Etwas unterscheidet mich von Ihnen!

Das ist mir in den vielen Jahren sehr bewusst geworden.
Vielleicht ist es auch meine psychiatrische Karriere die ich aufs Parkett gelegt habe.
Unter dem Motto früh übt sich,wer im Alter sehr verrückt sein will.
Immerhin habe ich es aber geschafft, auf eine ziemlich charmante Weise verrückt zu sein.
Was mein Umfeld jedoch nicht minder in den Wahnsinn treibt.

Man nehme einen simplen Flug im Flugzeug !
Während, ich nenne sie einfach mal  "die Anderen"  ruhig oder auch teilweise verkrampft mit dem Flieger gehn Himmel steigen, sitzt meiner einer heulend auf dem Sitzplatz und trällert " alle meine Entchen" in einer von Panik durchzogenen Stimmlage!
Beim Bohlen wäre ich direkt mal raus aus der Nummer, aber der sitzt ja auch nicht in der Holzklasse nach Mallorca mit 12 Kegelclubs an Bord.

Das finden "die Anderen" dann immer äußerst lustig.
Während ich also so damit beschäftigt bin mit dem Flieger in Sitzreihe 2 Platz 4c nicht abzustürzen  fliegt Reihe 1-46 der lockeren Fassaden Menschen fröhlich nach Malle.

Manchmal gibt's auch Geschenke von kleinen Kindern. 
Der guten abend gute Nacht singende aufzieh Affe ,war das absolute Highlight meiner Flüge.
Zur Landung musste ich ihn dann leider jedoch wieder hergeben.

All das verschafft mir natürlich einen hohen wieder Erkennungswert.
Der Pilot muss eigentlich nur aufs Gas gehen und schon schwimmen die Entchen panisch durch den See.

Es gab sogar Zeiten, als diese Panik noch einen besonderen Nebeneffekt hatte.
Selten flog ich, ohne dem Kapitän der Maschine die Hand zu schütteln.
Es gab immer eine mitleidige Flugbegleiterin an Bord die mich dem Kapitän vorstellen wollte.
Da ich schon immer auf uniformierter Männer stand, versuchte ich die Entlein zu ersaufen und freute mich auf zwei Männer mit Streifen und Mütze.
So begab es sich auf dem Flug Gran Canaria-Düsseldorf, dass ich schmusend mit dem Piloten durch die Wolken glitt während der andere schön brav draußen in der Bordküche sein Kaffee genoss.

Wären da nur nicht meine Blähungen gewesen.

Eines meiner weiteren Special Effekts beim Fliegen.
Ich versuchte die Pupse so leise durch den Popo zu drücken, wie es nur ging. Räusperte mich häufig um eventuelle quietsch Töne zu überspielen und betete inständig, dass sie nicht stinken.
Meine leicht verkrampfte Sitzhaltung merkte mir der Schönling zum Glück nicht an.
Nach dem zehnten Toilettengang, um mal ordentlich Dampf abzublasen, schaute er jedoch etwas irritiert.
Ich schob es auf eine Blasenentzündung, denn wer diskutiert schon gerne beim ersten Gefummel über den Wolken über Fürze .
Mal ehrlich, das würden sie auch nicht machen!
Wer aber nun denkt o. k. Angst vorm Fliegen gibt es ja öfter, der hat weit gefehlt.
Die Liste meiner Ängste ist eigentlich so lang wie meine Körpergröße in Zentimetern.
Hatte ich eigentlich erwähnt das ich groß bin?

178 cm

Ach,und die kg meines Körpergewichtes nicht zu vergessen !

69,6 ( Errungenschaft nach Darminfektion)
Damit können sie fast 5 Stück wieder streichen, der ängste versteht sich.

Tja verrückt bin ich schon, aber auf eine charmante Art und Weise, dass sagen zumindest meine Freunde😀















Dienstag, 24. November 2015

Weihnachten im Irrenhaus


Die Klinik lag umringt von Bäumen mitten im Wald.
Es war der 22 Dezember und einige Patienten durften über Weihnachten zu den noch vorhandenen Familien.
Dort wo es eben noch Aussicht auf Familie gab. 
Der Rest von uns bastelte den ganzen Tag um den Schmuck für unseren Weihnachtsbaum fertig zu bekommen.
Es wurden Rezepte zusammen getragen und Entscheidungen über die Auswahl der zu backenden Plätzchen getroffen. Ich wollte Nussmarkronen.
Unsere Gruppe, von zwölf Christkindern wurde in zweigeteilt. Die eine Hälfte sollte am nächsten Tag den Baum schmücken und die andere kümmerte sich um das Backen der Plätzchen. Am Morgen des 23. hatte der Schnee die Bäume verzuckert und es fühlt sich wirklich an wie Weihnachten.
Wir bereiten das Frühstück zu gingen anschließend unseren Aufgaben nach.
Ich war in der Backtruppe.
Freude, denn ich war nicht alleiniger Liebhaber der Nussmarkronen.
Als die erste Ladung im Ofen langsam aufging,  war es ein wunderschönes Gefühl von Weihnachten. Der Duft zog durch das ganze Haus. Leise im Hintergrund gespielte Weihnachtsmusik und mittendrin Kinder, die nicht den Hauch von Traurigkeit verspürten.Man konnte es fühlen, dass es für sie, das erste ehrlich schöne Weihnachten war. Am Morgen des 24. gingen wir alle zusammen nach dem Frühstück auf zu einem langen Winterspaziergang im Schnee.
Am nachmittag bekamen wir Tee und Plätzchen.
In unserer kleinen Runde schauten wir uns dazu einen Märchen Film an.
Der Abend wurde gekrönt von einem guten Essen gemeinsamen Weihnachtsliedern und Gedichten.
Wir alle bekamen an diesem Weihnachtsfest das gleiche Geschenk.
Eines, das uns alle glücklich machte.
Ein Fest in Frieden und ohne Angst.

Sonntag, 23. August 2015

Gemeinsam besser als einsam

Irgendwie waren wir alle auf unsere besondere Art und Weise eine coole durchgeknallte Truppe.
Auch wenn es mir anfangs sehr schwer fiel dieses Leid zu ertragen.
Mich an die Schicksale der einzelnen heran zu tasten, um dann aber festzustellen ,dass geteiltes Leid ein leichteres ist.

Nehmen wir Emma:
14 Jahre alt und mitten in der Pubertät.
Schneeweiße lange Haare.
Ihre Idee und die daraus folgende Umsetzung ließ uns wirklich tagelang lachen.
Wer kennt sie nicht die Tönungscreme der Marke L'Oreal aus dem Supermarktregal.
Natürlich weiß man mit 14 noch nicht ,dass man aus weißem Haar keine Kastanienfarbe zaubert.
Schon gar nicht mit einer Tönungscreme.
Nun, das Ergebnis was soll ich sagen,es war zartes rosa.

Da hätten wir da noch den Bernd:
15 Jahre alt.
1.60 Groß mit 89 kg.
Im Kochunterricht war er der Held.
Er war der Nimmersatt.
Kochte man für vier und hatte Bernd in seiner Truppe musste man für fünf kochen,denn schon während der Zubereitung stopfte er alles mögliche in sich hinein.
Selbst die Handvoll getrocknete Chilis die ich ihm während des kochens reichte waren nicht sicher vor ihm.
Nun, was soll ich sagen! 
Sie bekamen ihm nicht besonders gut.

Dann war da noch Sabine:
15 Jahre alt und Raucher .
Genau wie ich!
Das Rauchen unter 16 war uns nicht erlaubt.
Also waren wir beide ständig auf der Flucht vor den Augen des Personals.
Was uns natürlich nicht immer gelang.
Es gab immer fürchterliche Strafarbeiten.
Ich glaube wir haben dieses ganze Haus von oben bis unten schon ganz geputzt.
Jede Schublade ausgeräumt und ausgewaschen und wieder eingeräumt.
Jedoch hinderte uns das nicht daran weiter zu rauchen.
Einmal bekamen wir zwei große Müllsäcke in die Hand gedrückt und mussten in den Wald laufen um Müll zu sammeln.
Dumm war ich wohl nicht.
Es gab eine Rehaklinik 1 km weiter den Berg hoch.
Mit einem schönen Kaffee und einer großen Terrasse.
Wir bestellten uns zwei Tassen Kakao und einen Aschenbecher.
Es war ein herrlicher Nachmittag und die Glimmstängel qualmten wie noch nie.
Hinter der Klinik gelegen waren die großen Müllcontainer.
Die Tüten waren relativ schnell voll !
Unser Erzieher fand es höchst merkwürdig was alles so im Wald herum lag.
Da waren Teebeutel ( Fencheltee ),
Joghurtbecher, Zeitschriften, Shampoo Flaschen, Katheterbeutel, Verbandsmaterial......
Nun denn, die Fenster waren auch schon lange nicht mehr geputzt worden!


A new home

Mitten im Wald gelegen, stand dieses große Haus umgeben von Bäumen, dass nun mein neues zu Hause werden sollte.
Vor der Tür spielten ein paar Kinder mit einem Ball.
Andere wiederum saßen auf Bänken und redeten miteinander.
Am Hauseingang stand eine freundlich lächelnde Frau mit langem rot gelocktem Haar.
Sie legt den Arm um mich.
Begrüßte mich und begleitete mich hinein.
Sie zeigte mir mein Zimmer, welches ein Zweibettzimmer war, dass ich mit einem jungen Mädchen teilen sollte.
Da saß sie auf dem Bett .
Carolin sechs Jahre alt mit einem Helm auf dem Kopf.
Es war als würde sie mich überhaupt nicht wahrnehmen.
Sie saß auf ihrem Bett wippte leicht nach vorne und nach hinten und starrte die Wand an.
Wir wurden einander vorgestellt, aber Carolin zeigte keine Regung.
Ich fragte mich nur,warum Sie diesen albernen Helm auf dem Kopf hatte.
Sie sah aus als würde sie jeden Moment zum nächsten Formel 1 rennen antreten.
Die Dame mit den langen locken zeigte mir das Haus.
Zwei Etagen. Einmal der offene Bereich und dann gab es noch den geschlossenen Bereich, für die besonders hilflosen Menschen.
Es gab einen großen Speisesaal .
Eine Küche in der wir die Speisen selbst zubereiteten.
Ein  Klassenzimmer, aber auch einen Fernsehraum.
Der Geschlossenenbereich wurde mir nicht gezeigt, aber an manchen Minuten des Tages versuchte man zu erahnen was dort oben los war.
Es gab laute Schreie und lautes Gebrüll.
Man versuchte einfach so gut es ging nicht darüber nachzudenken was auf Etage zwei los war und konzentrierte sich auf sich selbst.

Es dauerte nicht sehr lange und ich fand raus, dass Carolin keine Formel 1 Fahrerin war.
Der Helm diente einzig und allein ihrem Schutz.
Oft und besonders nachts bekam sie Wutanfälle und stieß sich immer wieder mit dem Kopf gegen die Wand.
Jede Beruhigung meinerseits war sinnlos.
So ein junges Mädchen kaum sechs Jahre und so verzweifelt.
Meistens wurde ihr unter starkem Protest etwas gespritzt und sie kam dann endlich zur Ruhe.

So viele Schicksale waren unter diesem Dach vereint.

Eine vierjährige .
Ein wirklich aufgewecktes liebes kleines Mädchen.
Sie trug eine lange Narbe am Kopf, weil ihr Vater sie dort mit einem Messer verletzt.
" Papa aua macht"
Ein 14-jähriger Junge mit einer langen Narbe am Hals, weil er sich die Halsschlagader durchschneiden wollte.
Eine 13-jährige übersäht mit Narben, weil sie sich ständig selbst schmerzt zufügte um ihr Leben zu ertragen.
Ein 9-jähriger der einfach nicht sprechen wollte.
( bunter Socken Mann, du fehlst !)











Sonntag, 21. Juni 2015

Der bunte Socken Mann 6.3

Vielleicht war es Gottes Fügung, dass ich genau diesem Arzt begegnen musste.
Obwohl ich in meiner Situation den göttlichen glauben gänzlich verloren hatte.
So war ich dennoch dankbar für seine Geduld, sein Verständnis, und vor allen Dingen dankbar, dass er meine Situation im vollen Umfang erkannte.
Er ließ sich nicht beeindrucken von Vaters Gerede.
Ließ sich das Familienglück nicht als das verkaufen,für das mein Vater es ausgab.
Ich habe in diesem Krankenhausaufenthalt so unheimlich viel Zeit mit diesen Menschen verbracht.
Er war der Chefarzt der Station 11.
Der Mann,der mit langen Haaren wehendem Kittel und bunten Socken über die Station lief.
Damals durfte noch geraucht werden im Krankenhaus und oft lud er mich auf eine Zigarette in sein Büro ein.
Wir rauchten,quatschten und tranken Kaffee.
Er war der Held meiner Kindheit, aber wie das mit den Helden so ist, sie müssen weiter ziehen um anderen zu helfen.
Er sorgte dafür,dass ich in eine Kinder und Jugend Psychatrie eingewiesen wurde. Ein guter Platz wie er mir versprach und ich glaubte ihm.
Er versprach mir,dass er mich besuchen kommen würde,aber leider hat er die Zeit dafür nicht gefunden.
Fest steht für mich jedoch auch heute noch ,er ist und er war für mich ein Held.

( März 2004)
Mich plagte eine Darmentzündung und leider Gottes musste ich ins Krankenhaus eingewiesen werden.
Es war das gleiche Krankenhaus wie früher.
Station 11
Ich erholte mich dank der Antibiotika Infusionen ziemlich schnell und wie damals war ich auch heute noch Raucher.
Nur leider hatte sich nach all diesen Jahren etwas zum Nachteil verändert!
" Es gab keine Raucherzimmer mehr"
So schnappte ich mir Zigaretten und Feuerzeug und war auf dem Weg zum Balkon.
An mir vorbei, lief ein Mann mit langen Haar , wehendem Kittel und bunten Socken.
Wir sahen uns in die Augen und ich blieb stehen.
" Herr Doktor rauchen Sie noch?"
Er sah mich an, öffnete seine Arme und schloss sie um mich.
Irgendwie magisch, dass er mich nach all den Jahren wieder erkannte, aber Helden vergessen ihre geretteten nur selten.
So gingen wir zusammen auf den Balkon und rauchten und quatschten und tranken Kaffee.